Am 16. September 1960 gab der damalige regierende Bürgermeister von Berlin Willy Brandt das erste Mal einem Flugzeug der Lufthansa den Namen einer Stadt. Er taufte die Boeing 707 bei einer feierlichen Zeremonie auf dem Frankfurter Flughafen auf den Namen "Berlin". Weitere rund 300 Lufthansa Flugzeuge folgten seitdem und bekamen die Namen deutscher Städte, Bundesländer und auch einige internationale Namen. Die Lufthansa wollte zu Anfang der Taufpatenschaften der Verbundenheit zum Heimatstandort Deutschland Ausdruck verleihen und die getauften Flugzeuge als Botschafter ihrer Heimat in die Welt senden. Bei der Taufe wird der Namen der Patenstadt am Bug des Flugzeugs befestigt und das jeweilige Stadtwappen im Eingangsbereich der Kabine aufgehangen.

 

1988 stellte der damalige Bürgermeister Hubert Sülzer einen Antrag bei der Lufthansa, auch ein Flugzeug nach der Stadt Gummersbach zu benennen. Die Auswahl durch die Lufthansa erfolgt nicht nach der Größe einer Stadt. Ist einmal ein Flugzeug nach einer Stadt benannt, geht der Name auch auf ein neues Flugzeug über, wenn die ursprünglich getaufte Maschine aus der Flotte ausscheidet. Nachdem die Lufthansa Flugzeuge ihrer Flotte bereits nach etwa 30 Städten aus Nordrhein-Westfalen benannt hatte, nahm sie 2002 auch Gummersbach in den Kreis dieser Patenstädte auf. Bereits im Jahr 2001 benannte die Lufthansa kurzzeitig einen Airbus A320-211 mit dem Namen "Gummersbach", der dann aber in „Backnang“ umbenannt wurde. 

 

Offiziell taufte dann Christine Schmitz, die Ehefrau des damaligen Bürgermeisters Paul-Gerhard Schmitz, am 9. September 2002 während eines großen Zeremonie auf dem Frankfurter Flughafen erstmalig ein Flugzeug der Lufthansa auf den Namen "Gummersbach". Es war ein Airbus A340-313 (A340-300), der bereits seit Oktober 2000 im Dienst der Lufthansa stand. Das Flugzeug hatte die offizielle Kennung D-AIFB und konnte 247 Passagiere transportieren. Bis 2011 absolvierte dieses Flugzeug mehr als 40.000 Flugstunden. 2011 verkaufte die Lufthansa die Maschine an die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung in Köln-Wahn. Der Airbus trug fortan den Namen "Theodor Heuss".

 

Im Mai 2014 unterzeichneten Bürgermeister Frank Helmenstein und Florian Gränzdörffer, der Leiter Konzernkommunikation NRW der Deutschen Lufthansa AG im Rathaus der Stadt Gummersbach die Patenschaftsurkunde mit der offiziellen Namensübertragung für ein weiteres Flugzeug mit dem Namen "Gummersbach. Der Nachfolger des ersten Flugzeugs von 2002 war nun ein Airbus A340-600, ein deutlich größeres Langstrecken-Flugzeug. Mit 75,3 m war es zu dieser Zeit das zweitlängste Passagierflugzeug der Welt. Es verbrauchte nur 4,1 Liter pro 100 Kilometer und Passagier und war mit besonders leisen Triebwerken ausgestattet. Die Maschine bot Platz für 306 Passagiere und konnte bei einem maximalen Startgewicht von 368 Tonnen und einer Reisegeschwindigkeit von 890 km/h bis zu 12.200 Kilometer weit fliegen. Die "Gummersbach" wurde daher bevorzugt auf Langstreckenflügen nach Asien und Amerika eingesetzt. Die maximale Flughöhe des Airbus lag bei 12.600 Metern. 

 

An der Entwicklung und Konstruktion vieler Komponenten des A340-600 war auch die Gummersbacher Firma Ferchau mit dem Geschäftsbereich Aviation beteiligt. Die Lufthansa-Crews kennen die "Gummersbach" übrigens unter einer ganz anderen Bezeichnung. Offiziell trug diese Maschine das Kennzeichen "D-AIHN" und war bereits seit 2006 für die Lufthansa im Einsatz. Der Heimatflughafen des Airbus 340-600 "Gummersbach" war München. Während der Fußball-WM trug das Flugzeug dem Schriftzug „Fanhansa". 2016 versuchte die Lufthansa, ihre Flotte auf sparsamere Flugzeuge umzustellen. Die "Gummersbach", die erst 11 Jahre alt war, wurde ausgemustert und auf den Flugzeugfriedhof Teruel in Spanien transportiert. Die Lufthansa versuchte zunächst, dieses relativ junge Flugzeug an eine andere Fluggesellschaft zu verkaufen. Da sich aber kein Käufer fand zerlegte die Tochtergesellschaft Lufthansa-Technik das Flugzeug in seine Einzelteile.


Im August 2019 folgte mit einem Airbus 320-200 die aktuelle und dritte "Gummersbach". Bereits im Werk ließ die Lufthansa den Gummersbach Schriftzug am Bug des Flugzeuges in Juni 2019 anbringen. Das Flugzeug kann 168 Passagiere transportieren, hat eine Länge von 37 Metern und eine Spannweite von 34 Metern. Mit einem Startgewicht von 73 Tonnen und einer Reisegeschwindigkeit von 840 Stundenkilometern hat es eine Reichweite von maximal 3.200 Kilometern. Die offizielle Kennung des Flugzeugs lautet D-AIWH. Alleine im Jahr 2025 beförderte der Airbus 240.000 Passagiere und legte über eine Millionen Kilometer zurück.
 

2026 feiert die Lufthansa ihr 100 jähriges Bestehen. Dazu gratulieren die Stadt Gummersbach herzlich.